Schon bald dürfte es etwas teurer werden, Venedig zu besuchen: Italiens neuer Haushaltsplan für 2019, der soeben vom Parlament in Rom verabschiedet wurde, sieht je nach Saison ein „Eintrittsgeld“ von 2,50 bis 10 Euro für jeden Tagestouristen vor, der in die Lagunenstadt kommt.

Die Einnahmen soll vor allem für die Reinigung der Stadt genutzt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist allerdings noch unklar, wann dieses Gebühr in Kraft tritt und wie hoch sie tatsächlich ausfallen wird. Des Weiteren steht noch nicht fest, wie es eingehoben werden soll – möglicherweise direkt über die Busse, Kreuzfahrtschiffe und Fähren, die Touristen in die Stadt bringen, sowie über Parkhäuser und Bahntickets.

Via Twitter begrüßte Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro die neue Möglichkeit und erklärte, dass die Stadtverwaltung derzeit „ausgewogene“ Regeln prüfe, die „diejenigen schützen, die in unserer Gegend wohnen, studieren oder arbeiten“. Das neue „Eintrittsgeld“ soll allerdings nur Tagestouristen betreffen, denn in den Hotels wird schon jetzt eine Ortstaxe pro Übernachtung fällig. Auch der Hotelverband Federalberghi unterstützt die Maßnahme: Es sei gerecht, wenn nicht nur die Hotelgäste die „Rechnung zahlen“.

Schon seit Jahren wird in Venedig über Strategien und Lösungen diskutiert, wie man den wachsenden Touristenansturm regulieren könnte – bisher aber ohne Ergebnis. Vor allem Tagestouristen, die mit eigener Verpflegung anreisen und dann in der Stadt kaum Geld ausgeben, werden kritisch gesehen. Im Jahr 2017 wurden offiziell insgesamt 9,5 Millionen Touristen in Venedig verzeichnet. Allerdings gehen manche Schätzungen eher von bis zu 20 Millionen Besuchern aus.